„Endstation Parkett“: Eine fesselnde Dokumentation über die Terminbörse in Chicago

Der Dokumentarfilm „Endstation Parkett“ (engl. „Floored“) vom US-Regisseur James Allen Smith feierte am 1. September 2009 seine Premiere in Amerika. Erst etwa ein Jahr später konnte das Dokumentations-Drama ausgewählte Kinosäle in Deutschland erobern. Der Film erzählt den Alltag von Wertpapierhändlern sogenannten Parketthändlern, die Geld investieren und wieder verlieren, sowie die Geschichte über den Niedergang des sogenannten Präsenzhandels an der Chicagoer Terminbörse.

Film zeigt „die schonungslose Wahrheit über Parketthändler“

Nachdem die elektronische Revolution von Computern auch den Börsenhandel erreichte, verloren viele Broker ihren Beruf. James Allen Smith zeigt mit seinem Dokumentarfilm laut Medienberichten „die schonungslose Wirklichkeit über Parketthändler und das Innerste der Chicagoer Terminbörse“. Mit der Zeit wurde eine komplette Berufsgruppe durch die Computerisierung ausgelöscht.

Smith berichtet über Einzelschicksale, die nach jahrelanger Profitgier und dem Gefühl der Unbesiegbarkeit nun Emotionen zeigen und Zukunftssorgen ausgeliefert sind. Geld investieren spielt keine Rolle mehr im Leben der Parketthändler. Im Gegenteil, sie haben nahezu alles verloren. Die einst erfolgreichen Broker müssen sich neu orientieren und einen anderen Lebensweg bestreiten. Viele von ihnen Fragen sich nicht nur nach ihrer Zukunft, sondern auch welche Vergangenheit sie hinter sich lassen.

Das Leben von Regisseur und Filmemacher James Allen Smith

James Allen Smith wuchs in seinen ersten Lebensjahren als Kind einer Soldatenfamilie in verschiedenen Orten Deutschlands und der USA auf. Allerdings war er der einzige in seiner Familie, der seine spätere Karriere beim Militär aufgab, um dann die Schule des „Museum of Fine Arts“ in Boston zu besuchen. Dort studierte er neben klassischer Malerei auch darstellende Kunst. Anschließend zog es den Mittzwanziger nach Missouri, wo er sein Glück als Sänger einer Rockband versuchte und einen Nachtclub betrieb.

Erster Kontakt mit der Börse: Schon bald investierte Smith sein eigenes Geld

Smith tauschte sein eher turbulentes Leben gegen einen normalen Büroalltag als Webdesigner mit seinen Umzug nach Chicago ein. Während dieser Zeit kam es zu ersten Berührungspunkten mit der Börsenwelt, da er als Webdesigner etliche Finanzunternehmen betreute. Er fand diese neue Welt so faszinierend, dass er kurz darauf sein eigenes Geld investierte. Das Handeln selbst lehrte ihn vieles, jedoch gewann er zusätzlich einen Zugang zu der geheimen und beeindruckenden Gesellschaft der Broker. Dabei erinnerte ihn die abgeschottete Welt der Parketthändler („Pitch Trader“) oft an seine Schulzeit. Denn ähnlich wie in der Schule gab es auch an der Börse eine eigene Hierarchie und eigenen Wortschatz mit derben Ausdrücken.

James Allen Smith war so begeistert und gefesselt von der Thematik, dass er kurz darauf sein Filmprojekt „Endstation Parkett“ startete. Nachdem der Regisseur das Doku-Drama veröffentlicht hatte, brachte er ein Jahr später sein Langzeitprojekt „Mein Name ist Smith“ heraus. Für die Dokumentation lebte er wieder ein Jahr bei seinen Eltern und machte ungewöhnliche Entdeckungen. Heute lebt er mit seiner Frau in Seattle, die seinen Traum, ein erfolgreicher Filmemacher zu werden, tatkräftig unterstützt.